Eine Idee nimmt Gestalt an

Das Projekt, ein Programm für ein Haus der Jugend auf die Beine zu stellen, fand großen Zuspruch. In einer Diskussionsrunde sagte Bürgermeister Eibes zu, dass sich die Gremien mit dem Thema befassen werden.

Mobach. Die zwölfjährige Juliette sitzt bei Bianca Haupt und lässt sich Rastazöpfchen in ihr Haar flechten. Andere Mädchen lassen sich bei einem "Foto-Shooting" von Peter Caspers ablichten. Das Angebot der Friseurin und des Kreisjugendpflegers sind Bestandteil einer Veranstaltung in den Räumen der Teestube, dem Morbacher Jugendtreff. Die Schülervertretungen der Morbacher Haupt- und Realschule und das Morbacher Jugendparlament (Jupa) hatten eingeladen, um zu zeigen, was in einem Haus der Jugend alles geschehen könnte.
 
Auch die Dienste von Joshua (11) und Kevin (12) sind gefragt. Die beiden mixen alkoholfreie Cocktails wie "Fresh Jungle" und "Paradiesvogel". Wer Lust hat, kann im Erbachpark unter Anleitung von Patrick Heim Tipps fürs Mountainbike-Fahren geben lassen. Mädchen malen Plakate für die abschließende Diskussionsrunde in der Festhalle. Später lesen Bürgermeister Gregor Eibes, Ortsvorsteher Hans Jung, Jupa-Chefin Julia Begass, Kreisjugendpfleger Peter Caspers, Hans Floter vom Haus der Jugend in Wittlich und Teestuben-Vorsitzender Horst Zimmer den Schriftzug "Wir brauchen ein Jugendhaus. Dafür sind wir hier."
 
Da sind sich die jungen Morbacher, die gekommen sind, einig. Denn aus ihrer Sicht ist die Teestube zu selten geöffnet. Die Aktiven im Teestuben-Verein machen derzeit zwar gezielte Angebote für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren, doch für den Offenen Treff gibt es zu wenig Mitarbeiter, räumt der Teestuben-Vorsitzende ein. Für ein Haus der Jugend könne man durchaus die Räumlichkeiten der Teestube nutzen, argumentiert Jupa-Chefin Julia Begass. Für sie stellt sich eher die Frage nach einem Jugendpfleger. Den hält auch Caspers, der auf Kreisebene für Jugendarbeit verantwortlich ist, in Morbach für wichtig. Jung dagegen verweist auf die erfolgreiche Vereinsarbeit, während Floter vom Wittlicher Haus der Jugend das jahrzehntelange Engagement des Vereins Teestube lobt. Bürgermeister Eibes sagt zu, dass sich die politischen Gremien der Einheitsgemeinde mit dem Thema befassen.
 
Doch manchem jungen Gast geht das nicht schnell genug: "Wenn das Haus der Jugend zu lange dauert, dann brauchen wir es nicht mehr", sagt die zwölfjährige Miriam enttäuscht. Peter Caspers, Jugendpfleger im Kreis Bernkastel-Wittlich: Der Bedarf nach einem Haus der Jugend in Morbach ist da. Die Anforderungen in Schule und Beruf sind sehr hoch. Die Jugendlichen brauchen Freiräume außerhalb der Institutionen. Hans Jung, Ortsvorsteher des Ortsbezirks Morbach: Unsere Jugend wird in den Vereinen sehr gut betreut. Es gibt etwa in Morbach zehn Vereine, die intensiv Jugendarbeit betreiben. Auch in der Teestube wurde 20 Jahre lang erfolgreich gearbeitet. Julia Begass, Vorsitzende des Morbacher Jugendparlaments: Jugendarbeit in den Vereinen kann nicht alles sein. Auch wenn ich zweimal in der Woche ins Fußballtraining gehe: Was ist denn an den anderen Tagen? Ein professioneller Jugendpfleger fehlt. Gregor Eibes, Bürgermeister: Erwarten Sie bitte nicht, dass ich sofort einen Ratsbeschluss vorbereite. Aber wir werden das Konzept des Jugendparlaments im Arbeitskreis Soziales besprechen und dann in die politischen Gremien hineingehen. Horst Zimmer, Vorsitzender des Vereins Teestube: Es geht nicht darum, dass in der Teestube Erwachsene den Jugendlichen ein tägliches Bespaßungsprogramm liefern. Wir haben derzeit zu wenig Mitarbeiter für den Offenen Treff. Uns fehlt professionelle Unterstützung. Hans Floter, Leiter des Hauses der Jugend in Wittlich: Die Kontakte zwischen der Morbacher Teestube und uns existieren schon lange. Ich kann mich an Veranstaltungen erinnern, wo die Luft gebrannt hat. Da haben wir uns vieles abgeguckt.

22. September 2008

Von: Trierischer Volksfreund, Ilse Rosenschild

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