Hühner, Esel und ein Pferd namens Nordwind: 15000 Besucher beim Merscheider Markt

Tiere bleiben ein Magnet beim Merscheider Markt, der in diesem Jahr rund 15000 Besucher anzog. Doch nicht alle Vierbeiner standen zum Verkauf.

Wer früh genug kommt, hat die größte Auswahl. Und: Wer junge Legehennen braucht, darf sich von Regenschauern nicht abhalten lassen. „Der Tiermarkt ist unser Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Region“, macht Matthias Schabbach, der Organisator des Merscheider Marktes, klar. Nur am Samstag ist vom Hamster über Federvieh bis zum Esel und Alpakas – eine Kamelart aus den südamerikanischen Anden – ein ganzer Zoo auf der großen Wiese am Ortsrand versammelt. Und die gefragtesten Tiere sind schnell weg.

Gut 130 Stände, davon 39 von Tierzüchtern, boten eine große Vielfalt. Gerade der Hühnermarkt befindet sich im Aufwind, denn so sagt Matthias Schabbach vom Organisationsteam: „Nach dem Eierskandal besinnen sich die Leute auf dem Land wieder auf die Selbstversorgung.“ Das bestätigt Geflügelhändlerin Nadine Gornik vom Geflügelhof Berensbrink bei Paderborn: „Einerseits ist das gut, andererseits werden die Kosten für Energie und Futter immer höher.“ ´

Alpaka-Züchter Guido Stoffel aus Kleinich hat nicht allein das Geld im Sinn: „Es kann keiner kommen, mir 1000 Euro in die Hand drücken und das Tier mitnehmen.“ Immer will er vorher sehen, ob seine Lieblinge in gute Hände kommen. Ihre Wolle sei mit Kaschmir vergleichbar, so zart und angenehm auf der Haut. Max, der sechs Wochen alte kleine Esel von Züchter Hilmar Gasper aus Heinzerath, hat es Tony André Spreier aus Mörschied angetan. Der Neunjährige freut sich über die klugen Tiere: „Die sind so süß.“ Lamas, Ziegen, Schafe, so genau weiß Gasper gar nicht, wie viele Vierbeiner er hat, aber: „Bei der Versorgung muss die ganze Familie mithelfen.“ Die Esel seien was ganz Besonderes, es seien ruhige Tiere und sie seien immer vorsichtig.

Auch im Zeitalter des Internethandels ist ein richtiger Markt immer noch ein Magnet. „Da kommen Leute, die ein bestimmtes Reinigungstuch haben wollen, die an einem Stand die Wirkung von Ingwer-Knollen diskutieren wollen oder auch was für den Hausrat suchen, selbst wenn es nur als Deko aufgehängt wird“, sagt Schabbach.

Originell ist das Angebot von Ingo Kuhn aus Zweibrücken: Dosenschnaps mit Frucht und Zahnstocher drin. „Dafür habe ich schon viele Stammkunden gewinnen können“, freut er sich.

Stammkunde auf dem Markt ist auch die Kita Merscheid mit ihrer Kappesaktion. Seit gut 20 Jahren schon wird das Großgemüse gespendet. Beim Verkauf kommen immer rund 1000 Euro heraus, um für die 40 Kinder neue Spiele zu kaufen oder Ausflüge zu finanzieren. Auch Marmelade und Liköre, von Eltern zubereitet, werden an diesem Stand angeboten. Silke Hoffmann aus Haag hatte ihre beiden Kinder selbst in diesem Kindergarten und unterstützt die Aktion immer noch mit ihrem Einkauf. Ihr gefällt der gesamte Markt: „Für Kinder sind die Tiere doch immer ein Erlebnis.“

Um die Mittagszeit treibt ein kleiner Regenschauer die Besucher ins Festzelt, das sich im Nu füllt. Viele haben Hunger. Lange Schlangen bilden sich vor den Essensausgaben. Danach geht es wieder raus, denn die nächste Attraktion wartet: Die Voltigiervorführung des Turnvereins Morbach mit ihrem Pferd namens Nordwind.

Marktleiter Markus Bohn managt mit rund 200 Helfern der Vereinsgemeinschaft das Großereignis. Sie müssen effektiv eingesetzt werden, denn es ist viel zu tun. Wenn Merscheider Markt ist, kommen Menschen wie Schabbach und Bohn kaum ins Bett. „Geschlafen wird, wenn alles vorbei ist“, sagt Matthias Schabbach.

Bereits am Eröffnungsabend waren die ersten 1200 Besucher von geschätzten 15000 im Festzelt. Diese wollten auf keinen Fall die Isartalhexen und Schlagersänger Axel Fischer verpassen.

Foto: Herbert Thormeyer

Foto: Herbert Thormeyer

12. September 2017

Von: Trierischer Volksfreund, Herbert Thormeyer

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