Mitfahrerbänke für Morbach: Toll, aber wohin?

Der Morbacher Ortsbeirat will drei Exemplare aufstellen. Doch sind die Details offenbar schwierig zu klären.

Im April hat der Morbacher Gemeinderat beschlossen, Mitfahrerbänke aufzustellen, um die Mobilität der Menschen in der Einheitsgemeinde zu verbessern. Das Prinzip setzt auf das soziale Miteinander der Bevölkerung und ist im Grunde recht einfach: Wer aus den Dörfern der Einheitsgemeinde in den Zentralort Morbach zum Einkaufen oder zum Arzt möchte, setzt sich dort auf eine spezielle Mitfahrerbank und wartet, bis jemand vorbeikommt und diesen mitnimmt.

"Die Menschen in den Orten freuen sich auf das Angebot", sagt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal.

Doch wie kommen die Menschen nach ihren Erledigungen wieder zurück nach Hunolstein, Hundheim oder Heinzerath? "Das ist die zentrale Frage in den Dörfern", sagt Hackethal in der jüngsten Sitzung des Morbacher Ortsbeirats, als sich das Gremium mit dem Thema intensiv befasst. Alleine die Orte festzulegen, an denen die Bänke in Morbach aufgestellt werden sollen, ist eine offensichtlich schwierige Frage. Ortsvorsteher Georg Schuh hat Standorte an der Unteren Hebegasse, dem Oberen Markt, der Bahnhofstraße/Ecke Erbachstraße und am Wohngebiet Auf der Huhf vorgeschlagen.

Die Ratsmitglieder haben weitere Möglichkeiten erwogen, wie am Morbacher Altenheim und in der Nähe der Lebensmittelmärkte am Dreieck. "Wir müssen die Bänke dort aufstellen, wo die Autofahrer aus Morbach herausfahren", sagt Hugo Bader von den Freien Wählern und schlägt deshalb vor, eine Bank beim Boschdienst Zerwes aufzustellen. Das sieht Hackethal eher kritisch, da die Bürger nach ihren Erledigungen weit laufen müssten.

Die Bänke sollen zentral stehen, befürwortet hingegen Gerhard Nau von der CDU. Und auch die Frage der Schilder, die Mitfahrwillige aufklappen können, um in Morbach Autofahrer zu finden, die sie in ihre Orte mitnehmen können, stellt sich als schwierig heraus. Denn 18 Schilder, für jeden Ort eines, sind zuviel, sind sich die Mitglieder des Ortsbeirats einig. Doch wie soll man die Hauptrichtungen darauf bezeichnen? "Egal, wie man es macht, ein, zwei Dörfer liegen immer abseits", sagt Ortsvorsteher Schuh.

Der Ortsbeirat hat beschlossen, drei Bänke à 650 Euro zu bestellen, zuzüglich der Kosten für die Schilder. Die Hälfte der Kosten übernimmt die Gemeinde, die andere Hälfte der Ort aus seinem Investitionsbudget. Es ist vorgesehen, dass die Bänke in jedem Ort einheitlich gestaltet sein sollen, Hackethal spricht von türkisfarben, sodass sie für jeden klar erkennbar sind.

Wo die Bänke in Morbach letztendlich hinkommen und wie die Fahrtrichtungen ausgeschildert werden, dazu will die Verwaltung einen Vorschlag erarbeiten, der in einer der kommenden Sitzungen des Gremiums behandelt werden soll.
 Liebe Leser, in Morbach sollen Mitfahrerbänke aufgestellt werden. Unklar ist nur noch, wo sie stehen und welche "Haltestellen" auf den Schildern stehen sollen. Wenn Sie Ideen haben, wie diese Fragen zu lösen sind, schreiben Sie uns bitte per E-Mail mosel[at]volksfreund.de ihre Meinung.

Die Texte sollten nicht länger als 30 Zeilen sein und mit Namen, Vornamen und dem Wohnort versehen sein. Herzlichen Dank!

Extra: WO GIBT ES MITFAHRERBÄNKE?

Eine der ersten Mitfahrerbänke überhaupt ist 2014 in Speicher in der Eifel aufgestellt worden. Zahlreiche Medien haben bundesweit über das Modell berichtet, das von anderen Orten und Gemeinden übernommen worden ist, so in Rittersdorf und Kyllburg in der Eifel sowie in Tholey, Theley und Türkismühle im Saarland. Nähere Informationen über die Mitfahrerbank in Speicher gibt es im Internet unter der Adresse www.mitfahrerbank.com

Foto: Uwe Hentschel

Foto: Uwe Hentschel

10. September 2017

Von: Trierischer Volksfreund, Christoph Strouvelle

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