Morbach will seine Schule schützen und die Burgruine sanieren

Gemeinderat Morbach legt für 2018 die Investitionen und Unterhaltungsmaßnahmen für die Ortsbezirke fest.

Mit der Burgruine Baldenau bröckelt das Wahrzeichen der Einheitsgemeinde, neue Bau- und Gewerbegebiete müssen her, und in der Morscheider Grundschule gibt es Probleme mit dem Brandschutz: In der Einheitsgemeinde Morbach gibt es an einigen Stellen Handlungsbedarf - sowohl was Investitionen in neue Projekte als auch Unterhaltungsmaßnahmen in bestehende Infrastruktur angeht. Was 2018 dringend in Angriff genommen oder repariert werden soll, das haben die Ratsmitglieder am Dienstagabend auf ihrer Sitzung im Morbacher Rathaus bereits festgezurrt. Das Ergebnis: eine Prioritätenliste für Investitionen mit 40 Posten und eine ebensolche Liste, die 15 Unterhaltungsmaßnahmen auflistet. Die Beschlüsse dazu wurden von allen Fraktionen einstimmig gefasst.

Investitionen: Auf oberster Dringlichkeitsstufe steht die Grundschule Morscheid. "Manche Räume im Obergeschoss, die für pädagogische Maßnahmen gedacht sind, können aufgrund des mangelhaften Brandschutzes derzeit nicht genutzt werden", erklärt Bürgermeister Andreas Hackethal. Die Nachrüstung von Notausgängen und Feuerschutztreppen, der Austausch von Dämmmaterial und weitere Sanierungsmaßnahmen stehen an. Hackethal: "Die Planungen dazu müssen wir noch in diesem Monat abschließen und an das Land schicken, das eine finanzielle Förderung in Aussicht gestellt hat."

Auf dem zweiten Platz rangiert das Baugebiet Morscheid, wozu die Verwaltung 2018 in die Planung einsteigen soll. Bis zu zwölf Baugrundstücke sollen dort erschlossen werden.

Darauf folgt mit dem dritten Platz der Ausbau der "wunderschönen Biergasse". "Weil der Untergrund instabil ist, brechen die Pflastersteine. Diese Flecken haben wir mit Teer ausgebessert, was unschön aussieht", erklärt Hackethal. 2018 soll ein kompletter Ausbau der Biergasse auf 100 Metern Länge in Angriff genommen werden.

Zu den Kosten der geplanten Projekte will sich der Bürgermeister derzeit noch nicht äußern. Spätestens aber am 12. Dezember, wenn der Haushalt für 2018 im Rat zum Beschluss auf dem Tisch liegt, müssen die Zahlen dazu feststehen.

Da sie auf der Prioritätenliste auf Platz 10 rangiert, hat die Sanierung Burgruine Baldenau zwar keine oberste Priorität. Dennoch gehört dieses Projekt wohl zu den finanziellen Schwergewichten, welches die Einheitsgemeinde 2018 stemmen möchte. "Davon ist auszugehen", sagt Hackethal, obwohl auch noch keine Zahlen zur Sanierung des Wahrzeichens auf dem Tisch liegen. "Die Fugen der Ruine mit Bergfried haben wir nun 30 Jahre lang ausgebessert. Damit sie nicht auseinanderfällt, stehen nun umfangreichere Sanierungsarbeiten am Mauerwerk an", erklärt Hackethal. Dazu gebe es Überlegungen, den rund 30 Meter hohen Bergfried wieder begehbar zu machen und die Ruine mit Wasser- und Stromanschlüssen zu versorgen, "um das touristische Potenzial der Burg Baldenau besser auszuschöpfen".

Unterhaltungsmaßnahmen: Nicht nur für die Investitionen in neue Projekte, sondern auch für die Erhaltung der geschaffenen Infrastruktur hat der Rat eine Prioritätenliste mit 15 Posten beschlossen. Auf dem ersten Platz steht der Umbau der Umkleidekabinen im Morbacher Feuerwehrhaus. Auch die Sanierung der gemeindeeigenen Mietwohnungen steht auf dem Programm. An dritter Stelle will die Gemeinde den Gehweg an der Bahnhofstraße oberhalb des Rathauses bis zur Industriestraße sanieren.

Ob die Gemeinde alle Projekte und Unterhaltungsmaßnahmen, die es auf die Prioritätenlisten geschafft haben, 2018 finanziell stemmen kann, steht allerdings noch nicht fest. Hackethal: "Gut möglich, dass wir irgendwo einen Strich ziehen und die Projekte darunter auf das nächste Jahr verschieben müssen."

Extra: BURG BALDENAU IN HUNDHEIM

1320 ließ der Erzbischof Balduin von Trier die Burg Baldenau in Hundheim mit dem Ziel errichten, seinen Herrschaftsbereich gegen die Grafschaft Sponheim abzugrenzen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg erstmals zerstört und von 1649 bis 1654 wieder hergestellt. 1689 wurde sie im pfälzischen Erbfolgekrieg ein zweites Mal zerstört und nicht wieder aufgebaut. In den 1980er Jahren erfolgten erste Arbeiten zur Sicherung der Burg. Zudem wurde der Wassergraben wieder hergestellt. Quelle: Gemeinde Morbach

Foto: Klaus Kimmling

Foto: Klaus Kimmling

07. September 2017

Von: Trierischer Volksfreund, Christian Moeris

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