"Schuwi" geht jetzt in die Grundschule - Auszubildende von Papier-Mettler wecken technisches Interesse bei Viertklässlern

Das Projekt „Schule-Wirtschaft“, kurz „Schuwi“ genannt, geht in die nächste Runde. Bislang gingen Ausbilder des Morbacher Unternehmens Papier-Mettler in die Morbacher Hauptschule, um dort Technik-Unterricht zu geben. Jetzt ist das Projekt in den Grundschulen der Einheitsgemeinde angekommen.

Am Anfang stand die Idee. Karin Mettler von der Firma Papier-Mettler hatte in einem Zeitungsartikel von einem Projekt gelesen, bei dem Auszubildende Projektunterricht in Grundschulen geben. Im Arbeitskreis Wirtschaft wurde die Anregung diskutiert und mit Bürgermeister Gregor Eibes und den Schulleiterinnen besprochen. „Die Idee stieß auf große Resonanz“, erinnert sich der Rathaus-Chef.

Seit einigen Wochen gestalten drei Auszubildende und der Leiter der Ausbildungswerkstatt Joachim Thömmes die Technik AG der vierten Klassen der Grundschule Morbach. Die Absicht: „Wir wollen das technische Interesse bei den Kindern wecken und den Schulstandort Morbach stärken“, erklärt die Personalchefin Mettler. Ein ähnliches Projekt hatte der Hersteller von Papier- und Kunststoffverpackungen im vergangenen Jahr unter der Abkürzung „Schuwi“ mit der Morbacher Hauptschule gestartet. Inzwischen geht „Schuwi“ nun in die Grundschule.

Am Montag fand die Technik AG mit zehn Schülern in Morbach in dieser Form zum letzten Mal statt. Dafür können demnächst die Kinder der Grundschule Haag-Merscheid mit Hilfe von Fischertechnik-Baukästen Kräne, Rennautos und Waagen bauen. „Sie können in der AG ganz spielerisch ihre Begabungen entdecken“, schildert Thömmes seine Erfahrungen.

Die jungen Konstrukteure sind mit großer Begeisterung bei der Sache. „Das ist die coolste AG, die wir je hatten“, ist der neunjährige Simon überzeugt. Volker, ebenfalls neun Jahre alt, sitzt konzentriert vor seiner Seilbahn. „Ich habe sie nach einer Vorlage gebaut, aber es fehlten Stufen, damit die Leute einsteigen können“, schildert er stolz. Die hat er hinzugefügt. „Blöd“ findet er es, dass die AG zu Ende geht. Er hat zwar auch einen Baukasten zuhause, aber ihm fehlen die Anleitungen. Manche arbeiten exakt nach Plan. Andere orientieren sich an der Wirklichkeit. „Ich habe das größte Windrad der Welt gebaut“, erzählt Eric (9) der TV-Reporterin. „Cool“ finden es die Schüler auch, dass sie an dem AG-Tag keine Hausaufgaben machen müssen. „Das hätten wir unfair gefunden“, macht Schulleiterin Frauke Lörsch deutlich. Denn die AG findet in der Zeit statt, in der die Ganztagsschüler ihre Aufgaben erledigen.

Eineinhalb Stunden wöchentlich findet die Arbeitsgruppe für junge Tüftler und Bastler statt, Das ist auch für die Auszubildenden Neuland. „Das sind die allerersten Erfahrungen als Führungskräfte“, meint Hubert Hill, Vorstandssprecher der VR-Bank Hunsrück-Mosel. Sein Kreditinstitut, ebenfalls im Arbeitskreis Wirtschaft vertreten, unterstützt das Projekt finanziell mit 3000 Euro. Die VR-Bank ist seit 2003 Förderpartner des TV-KLASSE!-Projekts und seit 2007 exklusiver Partner des TV-Projekts Mini-KLASSE!.

„Schuwi“ sei eine wunderbare Ergänzung zu Mini-KLASSE!, wo es vor allem um Lesekompetenz gehe. Schließlich habe die Pisa-Studie auch bei technischen Fähigkeiten Defizite aufgezeigt.

24. September 2008

Von: Trierischer Volksfreund, Ilse Rosenschild

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