Viel Rauch und ein Vermisster

Bei der großen Abschlussübung der Morbacher Feuerwehr helfen auch die Kleinsten mit. Zahlreiche Zuschauer begleiten den Einsatz.

Rauch strömt aus der Eingangstür des Ladenlokals in der Morbacher Dorfmitte. Mit eingeschaltetem Signalhorn und Blaulicht fahren mehrere Feuerwehrfahrzeuge vor die Immobilie mit den Wohnungen im Obergeschoss, die offensichtlich in Brand steht.

Schnell haben die Feuerwehrleute die Schläuche ausgerollt und den Teleskop-Mast ausgefahren. Mit Atemschutzgeräten betreten mehrere Wehrleute das Ladenlokal, um einen Vermissten zu suchen. Während die ersten Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung beginnen, retten die Atemschutzträger den vermissten Menschen aus dem Ladenlokal. Zwei Bewohner der oberen Wohnungen werden über den Teleskop-Mast gerettet.

Das ist das angenommene Szenario der Abschlussübung der Morbacher Feuerwehr. Tatsächlich ist der Rauch nur simuliert, und der Vermisste, den die Wehrleute mit Hilfe einer Trage retten, ist nur eine Puppe. Und was hier unter dem Applaus der mehr als 100 Zuschauer nach 20 Minuten beendet ist, kann im Ernstfall möglicherweise mehrere Stunden dauern. Denn wenn es aus dem Ladeneingang so rauche, wüssten die Wehrleute nicht, was sie darin vorfänden, so der Morbacher Wehrleiter Marco Knöppel, der die Übung moderiert.

"Es kann lediglich ein Computer in Brand geraten sein, es kann aber auch die ganze Ladeneinrichtung lichterloh brennen", sagt er. Und auch, wenn das angenommene Szenario dem Bild eines klassischen Feuerwehreinsatzes entsprechen mag und diese geübt werden, sind solche Einsätze mit Personenrettung für die Morbacher Wehr eher selten, sagt der Wehrleiter. "So etwas kommt nicht jedes Jahr vor", sagt er. Meist könnten sich Anwohner selbst rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Knöppel ist mit der Einsatzbereitschaft der Morbacher Wehr zufrieden. 51 Aktive ist die Stützpunktwehr stark, drunter drei Frauen. Seit Jahren sei die Zahl der aktiven Feuerwehrleute konstant. Dies sei auch ein Verdienst der engagierten Wehrführung rund um Wehrführer Oliver Marx, der es gelinge, die Leute zu motivieren und mitzunehmen. Das gelte auch für Sebastian Gorges und Markus Gauer, die die 20 Kräfte zählende Morbacher Jugendfeuerwehr betreuen. Die Jugendlichen dürfen bei der Übung mitwirken und löschen das simulierte Feuer von außen. Die Jugendfeuerwehr sei eines der wichtigsten Standbeine der Morbacher Wehr, fährt er fort. Denn daraus generieren die Feuerwehren der Einheitsgemeinde den größten Teil ihres Nachwuchses. In den sechs Jugendfeuerwehren in Morbach, Hoxel, Merscheid, Haag, Gonzerath und Hinzerath seien rund 90 Jugendliche aktiv.

In diesem Jahr zählt die Morbacher Feuerwehr bisher 51 Einsätze. Damit befindet sich die Wehr etwa auf dem Niveau des Vorjahres. In diesem Jahr seien etwas mehr Verkehrsunfälle zu verzeichnen mit den dazugehörigen Arbeiten wie Absicherung der Unfallstellen und dem Herausschneiden von Unfallbeteiligten aus ihren Fahrzeugen.

Und auch langjährigen Feuerwehrleuten gehen solche Einsätze wie der Verkehrsunfall auf der B 50, als vor wenigen Wochen eine Mutter mit zwei Kindern ihr Leben verlor, nahe, so der Wehrleiter. "Wir haben selbst viele Väter in der Wehr", sagt er. Die Aktiven seien nach dem Einsatz selbst "supergut" unterstützt worden, einmal durch die Notfallnachsorge des Landkreises und durch Bürgermeister Andreas Hackethal, der in der Unfallnacht nach dem Einsatz noch lange mit den Aktiven im Feuerwehrhaus zusammengesessen hätte.

Extra: DIE AUSRÜSTUNG DER WEHR

Zufrieden ist der Morbacher Wehrleiter Marco Knöppel mit dem Ausrüstungsstand der Morbacher Feuerwehr. Ein Mehrzweckfahrzeug stehe zum Ersatz an, sagt er. Das Fahrzeug werde derzeit aufgebaut. Wenn alles glattgeht, soll das Fahrzeug im Dezember geliefert werden.

Foto: Christoph Strouvelle

Foto: Christoph Strouvelle

18. Oktober 2017

Von: Trierischer Volksfreund, Christoph Strouvelle

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