Nach der Knolle kommt das Wildbret

Vom traditionellen Kloß bis zum Grumbeern-Eis: Die Kartoffeltage Saar-Hunsrück haben erneut gezeigt, dass regionale Produkte bei den Hunsrückern und Hochwäldern hoch im Kurs stehen. Anfang November geht es mit Wildspezialitäten weiter. Und 2018 sollen gleich zwei neue kulinarische Reihen starten.

Als die Kartoffel im 17. Jahrhundert von Südamerika nach Europa kam, wurde sie im kargen Hunsrück schnell zum wertvollen Nahrungsmittel. Noch heute sind gefüllte Klöße und deftige Suppen aus "Grumbeern" - so heißt die Kartoffel im moselfränkischen Dialekt - bei den Einheimischen sehr beliebt. Das hat sich auch bei den Kartoffeltagen Saar-Hunsrück wieder gezeigt.

"Die Veranstaltung ist etabliert, es ist immer viel los. Aber diesmal war es extrem gut", sagt Walburga Meyer von der Touristinformation Kell am See, die die Themenwoche gemeinsam mit Kollegen aus dem Saarland und Hunsrück koordiniert hat. Von den teilnehmenden Gastronomen habe sie sehr positive Rückmeldungen erhalten. 30 Hotels und Gasthäuser, von Losheim im Saarland bis Sohren im Hunsrück, hatten vom 7. bis 22. Oktober ihre Kreationen rund um die Knolle angeboten.

Gestartet war die Reihe vor mehr als 20 Jahren als Hochwälder Kartoffeltage im Raum Kell/Losheim/Weiskirchen. 2015 wurde das Gebiet in Richtung Hunsrück ausgedehnt. Als verbindendes Element dient der quer durch die Region verlaufende Fernwanderweg Saar-Hunsrück-Steig. Hinter der Ausdehnung steckte auch der Wunsch, stärker mit den Regionalinitiativen Ebbes von Hei und SooNahe sowie den Naturparks Saar-Hunsrück und Soonwald-Nahe zusammenzuarbeiten. "Die Erweiterung hat der Sache noch mal einen Schub gegeben", ist Meyer überzeugt. Die Betriebe hätten dadurch neue Gäste dazugewonnen. "Manche haben sich vielleicht gedacht: Die heimischen Betriebe kennen wir, jetzt fahren wir mal in die Nachbarorte."

Auch bei Urlaubsgästen stießen die kulinarischen Angebote vermehrt auf Interesse, sagt die Keller Tourismus-Chefin. "Regionale Produkte rücken insgesamt stärker ins Bewusstsein." Bei der Zahl der teilnehmenden Betriebe gebe es nach oben keine Grenze: "Das Regionale muss allerdings im Vordergrund stehen." Entscheidend für den Erfolg sei auch, dass sich die Köche so kreativ zeigten und immer neue Zubereitungsideen fänden.

Kreatives gab es wieder eine Menge. "Wir haben uns viel Mühe gegeben und zum Beispiel ein Kartoffeleis angeboten", berichtet Simon Armbruster, Koch im Landhaus am Kirschbaum in Morbach. Das Hotel war erstmals bei den Kartoffeltagen dabei. Die Hausgäste hätten die Gerichte sehr gut angenommen - auch wenn insgesamt weniger Betrieb gewesen sei als während des Fischfestivals im März. "Das Thema Fisch zieht wohl noch besser, weil die Leute den doch seltener essen und zubereiten als Kartoffelgerichte." Von Beginn an dabei ist der Landgasthof Kopp in Hentern. "Für uns waren das die bisher stärksten Kartoffeltage", sagt Inhaberin Marlene Kopp. Das Interesse habe sich von Jahr zu Jahr gesteigert. "Diesmal war es außerordentlich hoch." Die Kartoffeln für die täglich wechselnden Gerichte stammten aus eigenem Anbau. "Die Gäste haben das wirklich gut angenommen."

Als Nächstes stehen Wildgerichte im Fokus (siehe Info). Alle kulinarischen Veranstaltungsreihen der Region sollen laut Meyer in einer Ende des Jahres erscheinenden Broschüre zusammengefasst werden. "Damit wollen wir die einzelnen Angebote noch professioneller vermarkten." Neben Kartoffeltagen, Wildwoche, Fischfestival (März) und den Naturpark-Löwenzahnwochen (April) sollen 2018 zwei neue Reihen an den Start gehen. Los gehen soll’s im Januar mit traditionellen Rezepten aus "Omas Küche". Dahinter stecke die Idee, über die alten Rezepte Dinge stärker ins Bewusstsein zu rücken, etwa bei der Zubereitung von Fleisch: "So könnte man das gekochte Rindfleisch wieder salonfähig machen und zeigen, dass man nicht nur die Edelteile verwenden kann." Im Mai ist eine neue Reihe zu heimischen Kräutern geplant.

Meinung

von Christa Weber

Viel Potenzial, das genutzt wird
Hunsrück und Hochwald haben kulinarisch einiges zu bieten. Dass man dieses Potenzial touristisch nutzen und über Themenwochen bestens vermarkten kann, haben die Verantwortlichen in der Saar-Hunsrück-Region schon vor Jahren erkannt. Lobenswert ist aber vor allem, dass sie sich auf dem Erfolg nicht ausgeruht haben. Denn bei aller Liebe für Kartoffeln und Wildgerichte kann man die Gäste damit nur auf Dauer begeistern, wenn man ihnen hin und wieder auch etwas Neues anbietet. Das ist mit der Ausdehnung des Veranstaltungsgebiets 2015 und mit den immer neuen kreativen Zubereitungsideen der Köche bislang gut gelungen. Dass in dem Bereich stetig weitergedacht wird, beweisen die Pläne für die neuen kulinarischen Reihen, die 2018 starten sollen. Hier schlummert noch Potenzial, auch für die Betriebe. Dass die Angebote mittlerweile so etabliert sind, könnte ein Ansporn dafür sein, dass künftig noch mehr Gastronomen konsequent auf heimische Produkte setzen. c.weber[at]volksfreund.de

 

 

Foto: TI Kell am SEE

Foto: TI Kell am SEE

25. oktober 2017

Door: Trierischer Volksfreund, Christa Weber

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Urlaubs- und Gästemagazin 2017/2018

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