„Wir haben es richtig gemacht!” - Morbacher Gewerbepark ist ein Erfolg

Der Gewerbepark Humos bringt Geld in die öffentlichen Kassen. Das Projekt, an dem sich vor 20 Jahren mehrere Kommunen beteiligt haben, wirft inzwischen auch Rendite ab und schafft Arbeitsplätze.

Der Sekt war schon kalt gestellt, und prominenter Besuch hatte sich zur Sitzung des Zweckverbandes Humos im Morbacher Rathaus angekündigt. Es gab Grund zum Feiern, denn vor 20 Jahren wurde der interkommunale Gewerbepark Hunsrück-Mosel als erster in der Region eröffnet. Inzwischen wird er als Erfolgsmodell gefeiert. Geschäftsführer Matthias Schabbach konnte nicht nur dem Vorsteher Andreas Hackethal und den Beigeordneten, sondern auch den ehemaligen Vorstehern Erwin Lieser und Gregor Eibes, heute Landrat, und Vertretern der beteiligten Betriebe eine positive Jahresrechnung melden.

Lag die Eigenkapitalquote im Jahr 2009 noch bei zwei Millionen Euro, so habe sie sich bis 2011 auf sechs Millionen Euro erhöht. „Das ist eine gesunde Quote von 51 Prozent. Jeder Unternehmer wäre froh, wenn er eine so hohe Quote hätte,“ sagt Schabbach. Wie fing alles an? In den 1990er Jahren suchten viele Betriebe an der Mosel und auch im Hunsrück nach Erweiterungsmöglichkeiten. Allerdings gab es im engen Moseltal kaum Raum dafür. „1991 war der Hunsrück dünn besiedelt und eine karge Region. An der Mosel gab es Weinbau, Tourismus und Wirtschaft, aber wenig Platz“, sagt Schabbach. Durch die Öffnung des EU-Binnenmarktes drohten viele Betriebe, nach Luxemburg abzuwandern.

Schließlich schlug die Planungsgemeinschaft Trier eine interkommunale Zusammenarbeit vor, also eine Beteiligung von mehreren Gemeinden an einem Gewerbepark, zu dem der Bund 600.000 DM Förderung bereitstellte. Heute sind die Verbandsgemeinden Thalfang und Bernkastel-Kues sowie die Einheitsgemeinde Morbach an dem Park beteiligt.

„1994 stand schließlich fest, wir machen den Park bei Gutenthal. Dort gab es viele Flächen in öffentlicher Hand, zentrale Wege und eine bereits vorhandene Wasserversorgung und Kläranlage,“ erinnert sich Schabbach.

Mit dem Neubau des Morbacher Unternehmens Papier Mettler im Jahr 1997 ging es schließlich los. Das Unternehmen, das weltweit inzwischen 3700 Mitarbeiter in 15 Ländern beschäftigt, errichtete dort eine zweite Betriebsstätte auf 30 Hektar, 120 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Heute ist das Gebiet rund 100 Hektar groß, allein in den vergangenen vier Jahren wurden 300 neue Arbeitsplätze geschaffen. Geschäftsführer Michael Mettler erinnert sich: „Es gab damals viele Anreize, in den neuen Bundesländern zu investieren. Wir haben aber am Standort Morbach sehr gute Mitarbeiter. Das war ein Faktor, hier zu bleiben und ein Projekt im Osten fallen zu lassen. Im Nachhinein haben wir es richtig gemacht.“

Andreas Hackethal, Vorsteher des Verbandes und Bürgermeister der Einheitsgemeinde, sagt: „Wir haben hier vor Ort eine regionale Wertschöpfung. Unsere Betriebe mussten nicht abwandern, wir haben hier 750 Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem ist es einer der wenigen Zweckverbände, die inzwischen an die beteiligte Gemeinden auch Einnahmen ausschütten können.“ Landrat Gregor Eibes, in seiner Zeit als Morbacher Bürgermeister selbst Vorsteher des Zweckverbandes, sagt: „Das war damals nur machbar innerhalb einer Einheitsgemeinde in Hinblick auf das Flächenmanagement. Das ging bei Grunderwerb und Bodenordnung viel leichter. Die Zeit, die heute mit der Planung eines solchen Geländes einhergehen würde, würde die Leute verzweifeln lassen.“

Foto: Hans-Peter Linz

Foto: Hans-Peter Linz

20. November 2017

Von: Trierischer Volksfreund, Hans-Peter Linz

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