Zehn neue Integrierte Gesamtschulen starten 2009/2010

Pressemitteilung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.

Ahnen: „Die Schulentwicklungsplanung auf der kommunalen Ebene hat landesweit eindeutig an Schwung gewonnen. Deutlicher Beleg dafür ist, dass in diesem Jahr mit insgesamt 20 Anträgen auf Errichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) so viele Anträge eingingen wie in keinem Jahr zuvor. Alle Anträge kamen im Übrigen aus Landkreisen – und lagen zum Teil bereits vor der Vorstellung des Regierungsentwurfs für das Landesgesetz zur Änderung der Schulstruktur vor, das ab dem Schuljahr 2009/2010 gelten soll und neben der Einführung der ,Realschule plus’ auch die Errichtung von Integrierten Gesamtschulen erleichtern wird.“ Das unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen, die heute die Auswahlentscheidungen für zehn  neue Integrierte Gesamtschulen zum Schuljahr 2009/2010 vorstellte. Nachdem bereits zum kommenden Schuljahr sechs neue IGSen an den Start gehen, steigt die Zahl damit zum Schuljahr 2009/2010 landesweit auf 35.  

„Es ist sehr positiv, wie die vorgeschlagene Schulstruktur insgesamt im Land angenommen wird. Praktisch überall wird momentan auf kommunaler Ebene geprüft, wie sich das Schulangebot vor Ort perspektivisch weiterentwickeln soll, werden vorhandene regionale Schulentwicklungspläne überarbeitet oder neue Pläne aufgestellt“, lobte die Bildungsministerin. Um diesen Prozess zu unterstützen, habe sich die Landesregierung entschlossen, die Genehmigungen für die Errichtung neuer Integrierter Gesamtschulen im Schuljahr 2009/2010 deutlich früher als in der Vergangenheit zu erteilen. Dies gelte auch für die Planung einer Kooperativen Gesamtschule mit Gymnasium in Kirchberg (Rhein-Hunsrück-Kreis).

Mindestens vier der zentralen Ziele der Landesregierung für die Schulstrukturreform schlagen sich nach Auffassung der Bildungsministerin in den allermeisten Begründungen der Kreisanträge für Integrierte Gesamtschulen nieder. Wie dem Land gehe es den Kommunen offenkundig darum, neue Perspektiven für derzeit noch bestehende Hauptschulen zu eröffnen, möglichst viele Bildungsabschlüsse in zumutbarer Entfernung vom Wohnort und mehr Möglichkeiten für höhere Schulabschlüsse in der Fläche anzubieten sowie darum, weitergehende Optionen für ein längeres gemeinsames Lernen zu eröffnen. „Wir sind stolz auf die Qualität unserer bisherigen Integrierten Gesamtschulen und wir wollen und werden dafür sorgen, dass auch künftig eine IGS das bleibt, was sie in Rheinland-Pfalz bisher ist: nämlich eine Schule, in der Schülerinnen und Schüler erfolgreich lange gemeinsam lernen und alle drei Schulabschlüsse erwerben können“, hielt Doris Ahnen fest.

Wie es seit jeher die Aufgabe von Land und Schulaufsicht sei, prüften Regierung und ADD daher alle Anträge darauf, wie sich neue Angebote in die Gesamtstruktur schulischer Angebote in einer bestimmten Region einpassten – auch über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus. Zudem müsse die Dauerhaftigkeit eines neuen Schulangebots und die pädagogische Konzeption beurteilt werden, betonte die Ministerin. Die Errichtung einer Schule wird gelingen, wenn die kommunalpolitischen Überlegungen und Wünsche mit einem tragfähigen pädagogischen Konzept der Schule zusammentreffen. Die Ministerin erläuterte den Abwägungsprozess an einem Beispiel: „Schon vor der Errichtung einer IGS, die ja immer mit der Klassenstufe 5 beginnt und dann Jahr für Jahr weiter aufwächst, sollte für einen neuen IGS-Standort eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit gegeben sein, dass nach sechs Jahren an diesem Schulstandort auch eine gymnasiale Oberstufe zustande kommt.“ Problematisch seien auch Überlegungen, die darauf abzielten, dauerhaft eine Schule an zwei Schulstandorten zu errichten: „Hier muss immer genau überprüft werden, wie pädagogisch sinnvolle Einheiten geschaffen werden sollen und inwieweit das Konzept der IGS, nämlich Schülerinnen und Schüler verschiedener Leistungsebenen gemeinsam zu unterrichten, damit sie auch wirklich von einander lernen können, in solchen Strukturen noch zu realisieren ist.“
    
Die Auswahl sei vor diesem Hintergrund nicht einfach gewesen, betonte die Bildungsministerin: „Als Endergebnis steht: Jeder zweite Antrag kommt im jetzigen  Auswahlverfahren für das Schuljahr 2009/10 zum Zuge.“ Allerdings müsse sich kein Antragsteller als Verlierer fühlen. Der Rat der Ministerin an alle, die jetzt keine Errichtungsgenehmigung erhalten haben: „Prüfen Sie vor Ort und in der Region gründlich, ob und wie sich die Bewerbung noch verbessern lässt. Mit den neuen Schulstrukturvorgaben, die im Herbst vom Landesparlament beraten werden sollen, gibt es  – neben der Errichtung einer IGS – auch weitere differenzierte Optionen zur Weiterentwicklung des eigenen Schulangebots.“ Mit der verbindlichen gemeinsamen Orientierungsstufe biete die neue „Realschule plus“ in beiden denkbaren Formen  eine Alternative. Mit dem möglichen Zusatzangebot, über eine Fachoberschule auch den Weg zur Fachhochschulreife zu vermitteln, könne mit einer „Realschule plus“ zudem ein neuer sehr reizvoller Weg zu einem höheren Schulabschluss eröffnet werden.
 
An die zehn neuen Integrierten Gesamtschulen und deren Schulträger, die jetzt eine Errichtungsgenehmigung zum Schuljahr 2009/2010 erhalten, richtete Doris Ahnen neben einem herzlichen Glückwunsch den Appell: „Informieren Sie sich bei bereits bestehenden Integrierten Gesamtschulen, um die bereits vorhandene Rahmenkonzeption mit Hilfe dort gesammelter Erfahrungen zu einem sehr guten IGS-Konzept weiterzuentwickeln. Ziel muss es sein, alle Kinder und Jugendlichen mitzunehmen und zugleich möglichst vielen Schülerinnen und Schülern die Chance zum Erwerb eines guten Schulabschlusses zu verschaffen. Auf diesem Weg wünsche ich allen neuen Integrierten Gesamtschulen viel Erfolg.“

Neue Standorte für Integrierte Gesamtschulen (IGS) zum Schuljahr 2009/2010

Morbach

Bernkastel-Wittlich

Polch

Mayen-Koblenz

Nastätten

Rhein-Lahn-Kreis

Emmelshausen

Rhein-Hunsrück-Kreis

Osthofen

Alzey-Worms

Landstuhl

Kaiserslautern

Waldfischbach-Burgalben

Südwestpfalz

Contwig

Südwestpfalz

Rheinzabern

Germersheim

Rülzheim

Germersheim

11. Juni 2008


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