Der Hunsrück zählt zu den beliebtesten Zielen

Bei ausländischen Besuchern stehen heimische Sehenswürdigkeiten hoch im Kurs. Die Touristiker fühlen sich in ihrer Arbeit bestätigt.

Eine eher strukturschwache Region, die dafür aber viel Natur zu bieten hat: Tourismus ist im Hunsrück kein Selbstläufer. Wer an Hunsrück denkt, dem kommen vielleicht die Themen Spießbraten, Schinderhannes, die "Heimat"-Trilogie, Edelsteine und Wald in den Sinn, sofern er aus der Region stammt. Für viele ausländische Touristen hingegen ist der Hunsrück noch unbekannt.

Die Gründung des ersten rheinland-pfälzischen Nationalparks Hunsrück-Hochwald hatte vor zwei Jahren für Schlagzeilen gesorgt und den Bekanntheitsgrad der Region erhöht. Die Tourismus-Experten in Morbach, Thalfang, Hermeskeil und Kell am See setzen auf die Themen Naturverbundenheit, regionale Küche und Geschichte, denn der Hunsrück wurde bereits vor den Römern von den Kelten besiedelt. Daran erinnern noch heute ihre Hügelgräber und Ringwälle, die bereits in vorchristlicher Zeit gebaut wurden.

Die Strategie der Fremdenverkehrschefs, auf naturnahen Individualtourismus zu setzen, geht offenbar auf. Das geht aus einer aktuellen Studie der Deutschen Zentrale für Tourismus in Frankfurt/Main hervor. Demnach wählten ausländische Touristen mehrere rheinland-pfälzische Sehenswürdigkeiten in die Top 100 der beliebtesten Reiseziele Deutschlands. Das Moseltal, die römischen Baudenkmäler in Trier, der Kaiserdom in Speyer, das Deutsche Eck in Koblenz - und der Hunsrück gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten ausländischer Gäste in Deutschland. Das ergab eine Online-Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus, die zwischen September 2016 und Juni 2017 durchgeführt wurde. Mehr als 32 000 internationale Gäste aus 60 Ländern haben sich daran beteiligt.

Weitere touristische Attraktionen des Landes wurden in die Top 100-Liste gewählt. So stehen das Moseltal (Platz 10), Trier (Platz 15), Bernkastel-Kues (Platz 91) und auch die Hängeseilbrücke Geierlay (Platz 95) im Naturpark Saar-Hunsrück in der Gunst der Touristen. Die Natur- und Kulturlandschaft des Naturparks Saar-Hunsrück und des darin liegenden Nationalparks Hunsrück-Hochwald erstreckt sich auf einer Fläche von 2055 Quadratkilometer. Es sei die gesamte Gebietskulisse, die die Region so attraktiv mache, heißt es in der Studie. Denn sie reiche von den Höhen des Rheinischen Schiefergebirges im Hunsrück mit dem Erbeskopf als höchstem Berg in Rheinland-Pfalz bis zu den Weinbergen an Mosel, Saar, Ruwer und Nahe. Hangbrücher im Hunsrück, bizarre Felsbildungen, tiefe Flusstäler und eine artenreiche Flora mit Narzissen-, Arnika-, Orchideen- und Streuobstwiesen bieten Lebensräume für ausgefallene Tierarten wie den Eisvogel oder die Wildkatze.

All diese Merkmale machten den Hunsrück besonders für aktive Touristen, Sportler und Wanderer attraktiv. Die Region habe mit dem vor kurzem als schönster deutscher Fernwanderweg gekürten Saar-Hunsrück-Steig und seinen Traumschleifen gerade für Wanderer viel zu bieten. Auch die Kulinarik nannte die Studie in der Begründung des Ergebnisses. Dazu gehören beispielsweise die Hunsrücker Kartoffeltage im Herbst, an denen sich viele Restaurants mit speziellen Gerichten beteiligen. Ebenfalls die Edelsteinstadt Idar-Oberstein sei für viele Touristen interessant.

"Die Platzierung von rheinland-pfälzischen touristischen Highlights unter den Top 100 der beliebtesten Reiseziele in Deutschland bei ausländischen Gästen ist ein guter Erfolg für unser Land," freut sich dann auch Stefan Zindler, Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH in Koblenz.

Nach wie vor seien die Niederlande sowie Belgien und Großbritannien die stärksten Quellmärkte für das Land. "Wir arbeiten im Bereich des Auslandsmarketings intensiv mit unseren Partnern im eigenen Land zusammen und beobachten aufmerksam die Entwicklungen des Reiseverhaltens unserer ausländischen Gäste," versichert Zindler. Daniel Thiel, Chef der Tourist-Info (TI) in Thalfang, bestätigt das: "Das ist ein Mehrwert und sehr erfreulich und wird weitere aktive Naturgenießer in unsere Region bringen. Unsere Region hat eine große Vielfalt zu bieten, wer hat schon Edelsteine, einen Nationalpark, die Geschichte der Römer und Kelten und Wein zu bieten?" Auch die aktuellen Übernachtungszahlen bestätigen die Entwicklung. So hat sich zum Beispiel die Übernachtungszahl von Wohnmobilen im Bereich seiner TI von 2550 auf 3600 im Jahr 2016 gesteigert (der TV berichtete am 30. August).

Extra: DEUTSCHE ZENTRALE FÜR TOURISMUS

Seit über 60 Jahren wirbt die DZT (Deutsche Zentrale für Tourismus) im Auftrag der Bundesregierung für das Reiseland Deutschland im Ausland. Auf der ganzen Welt vermarktet sie die touristische Vielfalt Deutschlands. Sie wirbt damit für eine der größten und attraktivsten Marken - das Reiseland Deutschland. Als Marketingorganisation für das Reiseland Deutschland übernimmt die DZT wichtige Funktionen für die internationale Vermarktung. Das geht von der Entwicklung eines angebots- und erlebnisorientierten Marketing über die Bündelung und Optimierung aller Marketingaktivitäten bis hin zum flächendeckenden Vertrieb in Wachstumsmärkten. Dabei stützt sich die DZT auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschlandtourismus sowie Partnern aus Wirtschaft und Verbänden. Die Unternehmensziele sind unter anderem: Steigerung des Reiseaufkommens, Erhöhung der Deviseneinnahmen, Stärkung des Wirtschaftsstandortes.

Foto: Belginum

Foto: Belginum

04. September 2017

Von: Trierischer Volksfreund, Hans-Peter Linz

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Urlaubs- und Gästemagazin 2017/2018

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