In voller Rüstung: Das Bogenspectaculum auf der Burgruine Baldenau

Das Bogenspectaculum zur Baldenau ist bei Mittelalterfreunden beliebt. 500 Aktive kommen.

Vorsichtig tauchen Marcello, Bruno und Anita ihre Pinsel in die Farbtöpfe. Die drei Schüler der 2a der Morbacher Grundschule sind jetzt an der Reihe, den Holzschnitt aus Fichtensperrholz zu bemalen, der vor ihnen liegt. Er stellt einen Ritter in voller Rüstung mit Schwert dar. Behutsam verpassen die drei der Rüstung eine graue Farbe. "Gut macht ihr das. Wer will jetzt malen?", ruft Lehrerin Katrin Klein zu den weiteren Schülern, die sogleich angelaufen kommen.

Bei dem Ritter handelt es sich um eine neue Figur, die für Kurfürst Balduins Bogenspectaculum zur Baldenau am 27. und 28. Mai werben soll. "Die Figur ist gedacht als Wegweiser", sagt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. An dem Schwert soll noch eine Tafel mit Termin des Mittelaltertreffens an der einzigen Wasserburg im Hunsrück befestigt werden. Das Spectaculum habe sich toll entwickelt, sagt Hackethal. "Wir wollen etwas schaffen, was Aufmerksamkeit verbreitet", sagt er. Die Figur soll einen besonderen Standort erhalten. Hackethal schwebt der Kreisverkehr am Archäologiepark Belginum vor, wo der Ritter etwa eine Woche vorher für das Bogenspectaculum werben soll. Derzeit befinde sich die Verwaltung deshalb in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Mobilität.

Ausrichter des Mittelaltertreffens ist die Gemeinde, gemeinsam mit dem Förderverein Burg Baldenau. Das Spectaculum habe seit dem Start vor drei Jahren in der Mittelalterszene viel Beachtung gefunden, sagt Axel Schmitt von der Morbacher Verwaltung. "Wir bekommen inzwischen Anfragen aus ganz Deutschland, weil das Ambiente an der Burgruine Baldenau einmalig ist." So haben sich für das Spectaculum in diesem Jahr 24 Lager und 20 Händler mit 500 Aktiven angemeldet. "Das sind 100 mehr als im Vorjahr", sagt er. Darunter befinden sich sogar Mittelalterfreunde aus Polen.

Der Förderverein organisiere in diesem Jahr erstmals das Bogenschießen selbst. "Nur mittelalterliche Bogen sind zugelassen, keine modernen Wertkampfbogen", sagt er. Zudem sollen die Schützen in passender Gewandung antreten. Ein Herold soll zudem erstmals das Geschehen an der Baldenau moderieren, "mit Stimme, ohne Verstärker", sagt er. Einen weiteren Höhepunkt der Veranstaltung biete die Theatergruppe des Heimatvereins Hinzerath, die an beiden Tagen zur "Primetime" um 15 Uhr das halbstündige Theaterstück "Die alte Mär von Minne und Mord" aufführen. Neu in dem Mix aus Händlern und Handwerkern sind in diesem Jahr Seildreher, die wie im Mittelalter Seile bis zu einer Länge von 50 Metern herstellen können. Auch Bogenbauer haben sich angemeldet, sagt Schmitt.

Die Einfahrt zum Bogenspectaculum sei wie im Vorjahr über Hundheim, die Ausfahrt über Hinzerath vorgesehen. Die Straßen zur Burgruine Baldenau werden für die Dauer des Spectaculums als Einbahnstraßen ausgewiesen.

AM VATERTAG IN DIE TAVERNEN

Weitere Infos über das Programm des vierten Bogenspectaculum am 27. und 28. Mai gibt es im Internet unter www.baldenau.de Dirk Rölleke, Vorsitzender des Fördervereins Burg Baldenau, hat angekündigt, dass am Vatertag, dem 25. Mai, die Tavernen an der Burgruine Baldenau bereits geöffnet sind.

Foto: Christoph Strouvelle

Foto: Christoph Strouvelle

15. Mai 2017

Von: Trierischer Volksfreund, Christoph Strouvelle

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