TV-Wanderwochen: Eine Zeitreise in die Vergangenheit

Unterwegs auf dem Saar-Hunsrück-Steig. Dieser Teil der Serie führt zur Burgruine Baldenau in der Nähe von Morbach.

Wer die LandZeitTour wandert, der reist schon zu Beginn 700 Jahre rückwärts in die Geschichte. Denn Start und Zielpunkt dieser Traumschleife des Saar-Hunsrück-Steigs ist die Wasserburg Baldenau bei Hundheim in der Einheitsgemeinde Morbach.

Sie liegt idyllisch am Nordrand des Idarwaldes auf zirka 460 Meter Höhe. Das Wasser für den die Burg umgebenden Graben stammt aus der Dhron, die hier vorbeifließt, ehe sie auf dem Weg von den Hunsrückhöhen bei Neumagen-Dhron in die Mosel mündet.

So beginnt die Wanderung erst einmal mit einer kleinen Besichtigungsrunde durch die Ruinen des Bauwerks, das Erzbischof Balduin von Trier 1315 errichten ließ, um die Herrschaft Kurtriers gegen seinen Rivalen, den Grafen von Sponheim, zu sichern.

Der mächtige 24 Meter hohe Bergfried steht immer noch, zwei an ihn anschließende Langmauern frieden den Burghof noch heute ein. Sonderlich einsam liegt die Ruine schon lange nicht mehr, denn seit sie auch Standesamt ist, kann es dem Wanderer passieren, dort auch eine Hochzeitsgesellschaft anzutreffen.

Außerdem gibt es an mehreren Terminen von Frühjahr bis Herbst ein Foodtruck-Angebot mit Hunsrücker Spezialitäten. Die gute Verkehrsanbindung der Burg über Hundheim und der neue große Wanderparkplatz machen es Besuchern leicht, sie zu erreichen.

Nichtsdestotrotz heißt es nach Besichtigung und vielleicht einem kleinen Imbiss, sich auf den Weg zu machen. Die LandZeitTour verläuft auf einer familienfreundlichen Strecke mit wenigen Steigungen. Die 8,1 Kilometer sind daher in etwa drei Stunden gut zu bewältigen.

So lassen wir die Baldenau bald hinter uns liegen und gehen entlang der Dhron über einen leichten Anstieg in ein kleines Waldstück. Der Weg führt über Holzstege durch ein Feuchtgebiet. Nach Regenfällen plätschert es allenthalben - an vielen Stellen bahnen sich kleine Rinnsale ihren Weg in Richtung Dhron.

In der Ferne kann man bald die Hunsrückhöhenstraße sehen, die von Bäumen eingefasst ist. Sie war schon zur Keltenzeit eine wichtige Verkehrsader, die später auch die Römer nutzten.

Über Wiesen und Felder geht es weiter zur Landesstraße 159, die wir bei Hinzerath überqueren. Von dort gelangen wir nach 3,5 Kilometern mit 543 Meter Höhe zum höchsten Punkt der Wanderung, von wo aus man den sogenannten "Stumpfen Turm" sehen kann. Dieses historische Gebäude, das an der Hunsrückhöhenstraße liegt, gehört zur Burg Baldenau und diente im Mittelalter als Vorposten der Burg, um mögliche Angreifer früh zu sehen und sich auf einen Angriff vorzubereiten.

Anschließend geht es über eine sanfte Steigung durch das FFH-Naturschutzgebiet Idarwald weiter. Hinter dem Kürzel FFH versteckt sich der Begriff Fauna-Flora-Habitatrichtlinie, der die Kriterien für ein besonderes Schutzgebiet festlegt. Hier wachsen viele seltene Pflanzen, darunter auch Arnika-Blumen. An 14 Punkten gibt es auf der LandZeitTour Informationstafeln, in denen die Artenvielfalt des Hunsrücks, aber auch die Geschichte erklärt wird. Sie werden mit Skulpturen ergänzt, die zum Beispiel einen Müller oder einen Landvermesser darstellen.

Der Abstieg vom Schutzgebiet führt dann wieder durch ein Waldgebiet entlang des Wetzelbachs zurück nach Hinzerath. Dort besteht im Café Pause die Möglichkeit, einzukehren. Die Inhaber, das Künstlerehepaar Bruni Kluß und Rüdiger Luckow haben übrigens auch die Skulpturen der LandZeitTour gestaltet und sind immer für einen Plausch zu haben. Mit Kaffee und Kuchen frisch gestärkt geht es wieder über Felder, Wiesen und einen kleinen Wald zurück in Richtung Baldenau.

Die Wegeführung, die teilweise über Bohlenwege und Holzstege verläuft, lässt die Wanderer die Landschaft nah erleben. Die Schautafeln und Ringbücher, die an den 14 Stationen aufgestellt sind, erläutern die Natur, aber auch wichtige Epochen der Geschichte des Hunsrücks: Von der Kelten- und Römerzeit über Kurfürst Balduin, die Franzosenzeit bis hin zur Gegenwart. Die LandZeitTour wurde übrigens in diesem Jahr zum zweitschönsten Wanderweg Deutschlands gewählt.

Vier Wochen lang entführt der Volksfreund seine Leser ins Grüne. Zu spektakulären Felsen, den schönsten Aussichten der Region und preisgekrönten Rundtouren.

Alle bereits erschienenen Beiträge sowie weitere Fotos und einen Wanderfilm über die LandZeitTour gibt es unter: www.volksfreund.de/ TV-Wanderwochen

Extra: EINKEHREN, AUSRUHEN, NICHT VERPASSEN

Einkehren: Die Burgruine Baldenau bietet den richtigen Punkt, um ein Picknick zu machen, aber auch das Café Pause in Hinzerath ist einen Besuch wert.  Ausruhen: An mehreren Stellen des Weges sind Holzliegen angebracht. 
Nicht verpassen: Nach der Wanderung lohnt sich ein Besuch des Archäologieparks Belginum, der ganz in der Nähe bei Weiperath liegt. Hier gibt es immer wechselnde Ausstellungen über die keltische und römische Geschichte.  Geocache-Schatzsuche: Zum Geocache in der Arnikaschleife gibt es Informationen in der Tourist-Information Morbach. GPS-Geräte können gegen Kaution und eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von fünf Euro ausgeliehen werden.  Info: Schwierigkeit: leicht, Strecke: 8,1 Kilometer, Dauer: 3 Stunden, Aufstieg: 82 Meter, Abstieg: 82 Meter. Weitere Informationen und ein Video unter: www.volksfreund.de/ TV-Wanderwochen

Foto: Hans-Peter Linz

Foto: Hans-Peter Linz

16. Oktober 2017

Von: Trierischer Volksfreund, Hans-Peter Linz

Ansprechpartner

Gemeindeverwaltung Morbach
Bahnhofstraße 19
54497 Morbach
Tel.: 06533/71-0
Fax: 06533/71-166
E-Mail: info@morbach.de

Urlaubs- und Gästemagazin 2017/2018

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