Verwittertes Original neben prächtiger Rekonstruktion im Archäologiepark Belginum

Die neue Sonderausstellung im Archäologiepark Belginum ist eröffnet. Sie beschäftigt sich mit keltischen Männern.

Fibeln, Gürtel, Waffen: Die neue Sonderausstellung im Archäologiepark Vicus Belginum unter dem Namen Pracht und Herrlichkeit ist am Sonntag eröffnet worden. Bis 5. November werden dort Gewänder, Waffen und Schmuckteile der keltischen Männer gezeigt. Zwar erscheinen einige der Originalteile in ziemlich verwittertem Zustand, wie ein Schwert aus der Zeit um 450 vor Christus, das man in den 1930er Jahren zusammen mit Lanze, Schild und anderen Gegenständen in einem Grab bei Heinzerath gefunden hat.

Doch die Rekonstruktion, die Franck Mathieu von der IG Projekt Latènezeit - diese Epoche dauerte von 480 bis 60 vor Christus - nach dem alten Vorbild geschaffen hat und die sich Marius Kempf in der Gewandung eines einstigen Kelten umgeschnallt hat, lässt erahnen, wie prachtvoll die Waffen seinerzeit hergestellt waren. "Unter dem Mikroskop hat man Holz- und Textilreste gefunden, die durch den Rost konserviert worden sind", sagt Kempf. "Das gibt Hinweise darauf, die für die Rekonstruktionen nützlich sind", sagt er.

Die Schautafeln der Sonderausstellung geben Informationen über weitere Gegenstände, die zumeist in Gräbern gefunden worden sind, wie Fibeln, mit denen Gewänder zusammengehalten wurden und Statussymbole wie Gürtel oder Waffen.

Der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal, gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins des Archäologieparks, hat Bezug genommen auf die Sonderausstellung im Jahr 2010, als Frauen und Mode im Vordergrund standen. Man wolle jetzt auf vielfachen Wunsch auch mal die Pracht und Herrlichkeit keltischer Männer zeigen. "Wenn ich uns anschaue, hat der Hunsrück einiges zu bieten", sagt er zu den etwa 100 erschienen Gästen der Eröffnung.

Zwar seien die Kelten von den römischen Chronisten oft als kriegslüsterne, beutelustige Menschen mit unzivilisierten Gewohnheiten wie ausgeprägter Trunksucht und Gefräßigkeit dargestellt worden, sagt Sabine Rieckhoff, Professorin für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Leipzig. "Asterix lässt grüßen."

Doch hätten dies die Ausgrabungen nur zum Teil bestätigt. Zwar hätten sich die Kelten wahrscheinlich als Krieger definiert. Allerdings gäben die aufwendigen Dekorationen wie Korallen auf Schwertgriffen Hinweise darauf, dass diese Waffen spielerische Verwendung gefunden hätten, beispielsweise auf Paraden.

Das Museum Vicus Belginum ist außer montags jeweils täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Foto: Christoph Strouvelle

Foto: Christoph Strouvelle

08. Mai 2017

Von: Trierischer Volksfreund, Christoph Strouvelle

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