Bei Longkamp droht ein Nadelöhr

Ende 2018 sollen voraussichtlich der Hochmoselübergang und die vierspurige B 50 neu bis Longkamp freigegeben werden. Der Verkehr wird dann auf der B 50 alt zweispurig weitergeführt. Zwar soll ein 16 Kilometer langes vierspuriges Teilstück die Lücke schließen, doch wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist unklar.

An der Baustelle der B 50 neu bei Longkamp geht es zügig voran. Doch wie wird die vierspurige Straße, die vom Hochmoselübergang kommt, weitergeführt? Denn auf der einen Seite der B 50 alt rollen die Bagger, auf der anderen stehen die Bäume.

Verkehr von der vierspurigen B 50 neu fließt nach der Fertigstellung erst einmal auf die zweispurige B 50 alt und anschließend am Kreisverkehr beim Archäologiepark Belginum auf die B327, die Hunsrückhöhenstraße. Zu einem späteren Zeitpunkt soll von der Höhe Kommen/Longkamp die B 50 neu als vierspurige Straße weitergebaut werden, die dann auf die B327 trifft und die dann ebenfalls bis zum Anschluss Büchenbeuren ausgebaut werden soll. So sollen Autofahrer vom Hochmoselübergang vierspurig in Richtung Rhein-Main weiterfahren können.

Doch wann wird mit dem Bau des 16 Kilometer langen Teilstücks zwischen Longkamp und dem Flughafen begonnen? Offensichtlich dauert dies noch einige Jahre, obwohl der Landesbetrieb Mobilität (LBM) nach eigenen Angaben die Planungen „mit Hochdruck“ fortführt. Der zuständige rheinland-pfälzische Minister Volker Wissing hat jetzt eine Anfrage von Jutta Blatzheim-Roegler vom Bündnis 90/Die Grünen beantwortet. Demnach muss der Bund die notwendigen Grundstücke zum Bau des Straßenstücks noch erwerben. „Bislang sind noch keine für den Ausbau der B 50 erforderlichen Grundstücke in den Besitz des Baulastträgers Bund übergegangen“, schreibt der Minister.

Zuerst seien Planungen fertigzustellen, dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur „zur Erteilung des Gesehenvermerks“ vorzulegen und ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten, um Baurecht zu erlangen. Zudem werde abgestimmt, ob sich der Bund durch ein Flurbereinigungsverfahren die benötigten Flächen zwischen der Höhe Zolleiche und der Kreisgrenze sichern könne.

Ein solches Flächennutzungsverfahren habe die Ortsgemeinde Hochscheid auch schon eingeleitet, sagt der dortige Ortsbürgermeister Erhard Wolf. Derzeit werde der Satzungsbeschluss erarbeitet, das Verfahren dauere dann etwa drei bis vier Jahre, schätzt er. Noch in diesem Jahr soll der Entwurf zu den Planungen in Berlin vorgelegt werden, schreibt der LBM an den Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal, der eine entsprechende Anfrage der Freien Wähler an den LBM weitergeleitet hatte. Mit der Einleitung für das Planfeststellungsverfahren sei im Jahr 2018 zu rechnen.

Das heißt: Bis dieser 16 Kilometer lange Abschnitt fertig gestellt ist, läuft der Verkehr vom und zum Hochmoselübergang nach dessen Freigabe über den Kreisverkehr am Archäologiepark. Dieser könne täglich 25000 Fahrzeuge abwickeln, sagt Wissing. Derzeit betrage das Volumen dort etwa 13000 Fahrzeuge. Für den Zeitraum ab der Freigabe des Hochmoselübergangs könne es bis zur Fertigstellung des Ausbaus der B 50 neu „zeitweise zu geringen Überlastungen“ des Kreisverkehrs in den Spitzenstunden kommen. Hackethal sieht hingegen die Gefahr, dass der Verkehr von der vierspurigen B 50 neu „auf noch unbestimmte Zeit in das berühmte Nadelöhr“ geleitet wird.

Kommentar

von Christoph Strouvelle

Die Hunsrücker sind die Leidtragenden
Die Zeiten ändern sich, die Probleme bleiben. Am 1. Juli 2010 war im TV zu lesen: „Ein grundsätzliches Ja für den Bau des Hochmoselübergangs verknüpfte der Gemeinderat Morbach in seiner jüngsten Sitzung mit Hinweisen auf planerische Schwachstellen.“ Und: Das Gremium fürchtet ein Nadelöhr zwischen Longkamp und Büchenbeuren. 

Sieben Jahre später ist der Bau des Hochmoselübergangs und der B 50 neu weit fortgeschritten. Doch die Sorgen sind dieselben geblieben. Noch kein einziges Grundstück hat den Besitzer gewechselt. Und in eineinhalb Jahren soll der Verkehr über die Hochmoselbrücke rollen. Spätestens im Hunsrück werden Lastwagen und Autos dann ausgebremst. Ob dann tatsächlich, wie von den Verantwortlichen immer wieder beschrieben, der Verkehr zwischen Rotterdam und dem Raum Frankfurt flotter fließt, mag bezweifelt werden. Die Leidtragenden sind die Hunsrücker.

Foto: Christoph Strouvelle

Foto: Christoph Strouvelle

05. Juli 2017

Von: Trierischer Volksfreund, Christoph Strouvelle

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