Stumpfer Turm

Stumpfer Turm

Zusammen mit der Burg Baldenau diente der Wachturm im Mittelalter zur Grenzsicherung des Kurstaates Trier unter der Herrschaft von Erzbischof Balduin von Trier.

Stummer Zeitzeuge aus dem Mittelalter

Der Stumpfe Turm steht heute als stummer Zeitzeuge auf der schmalen Höhe zwischen Hinzerath und Wederath, direkt an der Hunsrückhöhenstraße (Kreuzungsbereich B 50/B 327) und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Archäologiepark „Belginum“. Er diente wohl als Wach- und Meldeturm für die in Sichtweite südwestlich im Tal gelegene Burg Baldenau.

Bauart und -material deuten darauf hin, dass dieser Turm und die Burg um die gleiche Zeit (14. Jahrhundert) errichtet wurden. Der aus Hunsrückschiefer erbaute Rundturm hat einen Durchmesser von 6 m und ist ca. 10 m hoch.

Durch die exponierte Lage konnte man von hier aus weit über die Landschaft blicken. Da die Burg Baldenau Grenzburg des Kurstaates Trier war, hatte der Wach- und Meldeturm eine wichtige Funktion.

Hinweise über eine Tunnelverbindung zwischen Meldeturm und der Burg haben sich bis zum heutigen Tag nicht bestätigt. Wenn es einen Tunnel gegeben hätte, wäre er nicht bis zur Burg gelangt. Ein Tunnelbau unter dem Wassergraben der Burg hindurch war in der damaligen Zeit nicht möglich.

 

Die Sage vom Stumpfen Turm

Vor vielen hundert Jahren stand auf der Höhe, wo sich heute noch der Stumpfe Turm erhebt, die Stadt Sommerburg. Auf der nahen Feste lebte der Ritter Gottfried von Sumerschenburg, ein herzensguter und leutseliger Herr, unter dessen Obhut Handel und Wandel in Stadt und Land blühend gediehen. Sein ältester Sohn Harto dagegen war ein Bösewicht, der es nur darauf anlegte, bei seinen tagelangen Streifzügen durch Wälder und Fluren der Umgebung Saaten und Gärten der Bauern mit den Hufen seiner wilden Rosse zu verwüsten oder die friedlich weidenden Herden der Hirten mutwillig zu zersprengen und mit meist vergifteten Pfeilen Rinder und Schafe zu erlegen. Für die berechtigten Klagen der Geschädigten bei seinem Vater hatte er nur grimmen Hohn übrig, und eines Tages stand die Hütte eines armen Hirten, der sich bei dem Ritter Gottfried über den Unhold beklagt hatte, in Flammen. Der Gram des greisen Vaters über diesen ungeratenen und unverbesserlichen Sohn wurde etwas gemildert durch seine Freude an Engelbrecht, seinem jüngeren Sohn, der ganz das gute Herz seines Vaters geerbt hatte. Obwohl fast noch ein Knabe, versuchte dieser Harto durch Bitten und Vorhaltungen sowie durch Klagen beim Vater und durch dessen Ermahnungen zu Einsicht und Besserung zu bewegen. Doch Hartos Freveltaten wurden darauf nur ärger, und böser Hass gegen den Bruder fraß sich in seinem Herzen fest. Eines Tages sah Engelbrecht vom Bette seines kranken Vaters aus, wie Harto beim Heimritt vor dem Tore der Burg sein feuriges Roß mitten durch eine Schar spielender Kinder hetzte. Zu Tode getroffen brach das dreijährige Söhnchen des Torwächters zusammen. Der Kranke hatte das Erschrecken des Sohnes bemerkt, und Engelbrecht berichtete hastig das Vorgefallene. Dann stürmte er hinunter, konnte dem Kinde aber nicht mehr helfen. Als er kummervoll zu seinem Vater zurückkehrte, fand er ihn zu seinem größten Schmerz nur noch als Leiche vor. Die schaurige Untat seines ältesten hatte ihm das Herz gebrochen. Als Engelbrecht nach einiger Zeit das Gemach verließ, begegnete ihm sein Bruder Harto. Mit ernsten Anklagen und Vorhaltungen beschwor er ihn flehentlich, von seinem frevelhaften Treiben zu lassen. Voller Wut und Bosheit riss Harto jedoch sein Schwert aus der Scheide und stieß den wehrlosen Bruder nieder. Einen Augenblick erzitterte der dreifache Mörder ob dieser grausigen Tat, und es schien, als wenn Reue ihn ergriffen hätte. Doch dann lachte er schaurig auf, raste die blutfeuchten Stufen hinab, schwang sich auf sein wildestes Roß und stürmte in finsterer Wut hinaus in die Welt. Doch plötzlich stand das Pferd mit einem gewaltigen Ruck still. Ein alter Schäfer· war ihm in den Weg getreten, und langsam und gedehnt kam es über die Lippen des bärtigen Greises: ,,Fluch über dich, Mörder! Nicht Ruhe und Rast sollst du finden mehr auf Erden, bis der letzte Stein von deines Vaters Haus gewichen! Fluch dir, Mörder, und ewige Unrast! Wutschnaubend zückte Harto die noch blutige Klinge und holte zu furchtbarem Schlage aus; da sank – von höherer Macht gebannt – die Hand des Frevlers herab, und die Waffe fiel klirrend zu Boden. Mit einem gellenden Schreckensruf jagte Harto davon. Der Hirt aber nahm das Schwert und stieß es bis zum Heft in den weichen Boden. Längst ist Sommerburg untergegangen. Doch wenn heute die Stürme um den halbverfallenen „Stumpfen Turm“ tosen, dann jagt der verfluchte Mörder Harto auf wildem Rosse über die Stätten seiner einstigen Untaten. Er kann nicht Ruhe finden, bis der letzte Stein vom Turm gefallen ist und bis ein frommer Pilger das Schwert des Kindes-, Vater- und Brudermörders aus der feuchten Erde gelöst hat. [Franz-Peter Kropp, Bernkastel-Kues]

 

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