Wirtschaft

Eine GmbH für die Holzvermarktung

27. Juni 2018

Neue Regelung: Vom Hunsrück aus wird bald die Vermarktung von Holz aus der Region gesteuert. Geplant ist, dass eine Gesellschaft aus Morbach insgesamt für zwei Landkreise zuständig ist.

In Morbach könnte im nächsten Jahr eine regionale Holzvermarktungsgesellschaft entstehen, deren Aufgabenbereich bis in die Eifel und nach Trier-Land reicht. Sechs neue Arbeitsplätze würden damit geschaffen. Die Ursache ist eine Neuregelung des Holzverkaufs. Das Kartellamt stellt fest, dass der Holzverkauf in manchen Bundesländern ein Monopol ist und damit gegen marktwirtschaftliche Prinzipien verstößt. Die Diskussion nahm ihren Anfang in Baden-Württemberg, wo es Beschwerden auch seitens der Sägewerke gab, dass der Holzverkauf zentral über die Forstämter organisiert wurde.

Aber nicht nur Baden-Württemberg war so strukturiert – auch in Rheinland-Pfalz lief der Holzverkauf nicht nur aus Staats- (Landesforsten), sondern auch aus den Gemeindewäldern über die zuständigen Forstämter, die dem Land unterstehen. Das muss nun geändert werden (der TV berichtete mehrfach). Konkret bedeutet das, dass in Zukunft die Forstämter nur das Holz aus Wäldern, die dem Land gehören, vermarkten dürfen. Das Holz aus den Wäldern der Kommunen müssen diese hingegen zukünftig selbst an den Mann bringen. Das ist eine umfangreiche Aufgabe, für die auch Personal bereitgestellt werden muss. Außerdem müssen die Kommunen festlegen, in welcher Rechtsform eine solche Vermarktungsgesellschaft gegründet werden soll.

Das zuständige Mainzer Ministerium unterstützt die Gemeinden und hat gemeinsam mit dem Gemeinde- und Städtebund sowie dem Waldbesitzerverband unter Beachtung der neuen Vorgaben des Bundeskartellamtes für Rheinland-Pfalz ein Konzept erarbeitet. Demnach sollen fünf kommunale Holzvermarktungsorganisationen gebildet werden, die unabhängig voneinander arbeiten und flächendeckend über das Land verteilt sind.

Eine davon umfasst die Gebietskulissen der beiden Landkreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich mit der Stadt Trier.

Ihr Standort: Morbach. Andreas Hackethal, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Morbach, die mit knapp 3000 Hektar Gemeindewald einer der größten Waldbesitzer im Land ist, erläutert die Entstehung dieser Gesellschaft. „Wir haben mit den zuständigen Bürgermeistern und Fachleuten gesprochen und sind darüber eingekommen, dass die Schaffung einer GmbH in Morbach am ehesten den Erfordernissen entspricht, denn hier haben wir schon Strukturen und Vernetzungen in die Verbände. Eine GmbH schafft die Voraussetzung für einen schnell handelnden Betrieb.“

Mit einer GmbH könne man als eigener Wirtschaftsbetrieb am Markt auftreten. Alle Kommunen der beiden Landkreise hätten Zustimmung signalisiert, mit Ausnahme der Stadt Trier. Dazu sagt Hackethal mit einem Augenzwinkern in Richtung Trier: „Die mit der Errichtung einer solchen Organisation verbundenen Herausforderungen sind am sinnvollsten zu bewältigen, wenn die Kommunen zusammenwirken. Daher werden die Tore auch für Trier weiterhin offenstehen.“ Zudem habe auch die Verbandsgemeinde Birkenfeld aus Gründen der regionalen Zusammengehörigkeit großes Interesse bekundet, an dieser Struktur teilzuhaben.
Tatsächlich muss der Betrieb der GmbH bereits am 1. Januar 2019 losgehen. Die GmbH kann durch ihr Volumen von einer Anschubförderung durch das Land profitieren, wie Hackethal erläutert: Für Gesellschaften, die zwischen 100 000 und 200 000 Festmeter Holz pro Jahr verkaufen, zahlt das Land 2,50 Euro pro Festmeter Zuschuss über einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren.

„Demnach könnte unsere neue GmbH pro Jahr 500 000 Euro Förderung erhalten. Damit könnte man den Geschäftsführer der GmbH, seinen Stellvertreter und vier Mitarbeiter inklusive einer Räumlichkeit finanzieren. Und diese Personalstärke brauchen wir auch, wenn wir das Holz vermarkten sollen.“ Was geschieht danach? „Nach sieben Jahren muss die GmbH sich selbst finanzieren und wirtschaftlich agieren können.“
Durch diese neue Struktur werde Wettbewerb am Holzmarkt geschaffen und den Wünschen des Kartellamtes Genüge getan.

In Zukunft verkauft die Kommunale GmbH Holz aus Kommunalwäldern und Privatwäldern, während die Forstämter nur noch das Holz aus dem Landesforsten und gegebenenfalls Holz von Kleinwaldbesitzern unter 100 Hektar verkaufen. Wichtig sei, so Hackethal: „Beim Thema Brennholz wird sich in Zukunft nichts ändern, denn dessen Verkauf bleibt weiterhin Aufgabe der Waldbesitzer.“ Das bedeutet konkret, dass das Brennholz bei den zuständigen Ansprechpartnern wie bisher erworben werden kann.

Wie sich das langfristig auf den Holzpreis auswirken wird? „Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Klar ist, dass nach Beendigung der Förderperiode die neuen GmbHs wirtschaftlich tragfähig sein müssen,“ resümiert Hackethal.

Quelle: 27. Juni 2018, Trierischer Volksfreund, Hans-Peter Linz
Foto: Hans-Peter Linz

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