Morbacher Ärztezentrum eröffnet: Gemeinde geht neue Wege
Morbach · Erstmals nimmt in Morbach ein Medizinisches Versorgungszentrum seinen regulären Betrieb auf. Der Weg dorthin war weit, stellt aber die Versorgung im Hunsrück sicher.
Landrat Andreas Hackethal, Ulrike Schnell und Heike Ostermeier von der ctt, Beigeordneter Dietmar Thömmes, Volker Musial, Birgit Musial und Dr. Thorsten Dilg feiern die Eröffnung.
Den Ärztemangel im ländlichen Raum bremsen und selbst Angebote schaffen: Diese Strategie verfolgt die Einheitsgemeinde Morbach bereits seit rund zehn Jahren.
Als damaliger Bürgermeister der Einheitsgemeinde machte sich der heutige Landrat Andreas Hackethal dafür stark, ein Ärztehaus zu bauen. Nun ist es offiziell eröffnet worden. „Es ging damals nur um Neubaugebiete, aber uns war es auch wichtig, das Thema ,Älter werden auf dem ländlichen Raum‘ zu den Menschen zu bringen“, sagt Hackethal während der Eröffnungsfeier. Schließlich wiesen damals schon Demografie-Experten darauf hin, dass die Bevölkerung überaltert und in dieser Lebensphase eine intensivere medizinische Versorgung benötigt.
Nicht nur im Hunsrück: Klassische Hausarztpraxis als Auslaufmodell
Gleichzeitig gilt inzwischen die klassische Hausarztpraxis vielen als Auslaufmodell: Viele junge angehende Ärzte bevorzugen Teilarbeitszeiten und eine Festanstellung. Solche Optionen, wie etwa Gemeinschaftspraxen, gibt es eher in den Städten, was den Trend der „Landflucht“ befeuert.
„Als ich damals mit der Idee in den Gemeinderat ging, ein Ärztehaus zu bauen, hieß es zuerst einmal: ,Was sollen wir noch alles bauen?’“, blickt Hackethal während der Eröffnungsfeier zurück. Aber nach und nach fand er genug Mitstreiter und auch ein Grundstück in der Bernkasteler Straße. Darunter bereits damals schon Folker Musial, der Interesse hatte, in ein solches Ärztehaus einzusteigen. Das Modell: Die Gemeinde baut ein Gebäude, verpachtet es an einen Träger, der wiederum Ärzte im Angestelltenverhältnis einstellt.
Quelle: 10. Januar 2026, Trierischer Volksfreund, Hans-Peter Linz
Foto: TV/Hans-Peter Linz